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die drei Säulen

Unser Leben steht auf drei Säulen gegründet:

1. Säule: das Evangelium

Ein Buch rüttelt uns wach und stört eingefleischte Gewohnheiten auf. Das Wort dieses Buches läuft uns nach, ruft uns zu, zermürbt das falsche Selbstbewusstsein, lindert die Schmerzen, heilt die Wunden und richtet uns auf. Es geht um die Bibel, die Heilige Schrift. Als die Mönche im 4. Jahrhundert in die Wüste zogen, lernten sie Löwen und Bären zu zähmen, nämlich die reissenden Kräfte des menschlichen Herzens. Auch wir ringen heute wie die Mönche und Nonnen zu allen Zeiten um das reine Herz, das Jesus in der Bergpredigt preist: „Selig, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen.“ (Mt 5,8).

2. Säule: die Benediktregel

Schreinermeister wird man nicht, wenn man den Hobel zu gebrauchen weiss, und Gärtnerin wird man nicht mit der Ernte der ersten Gurke. Jedes Handwerkt ist eine Kunst und wer es pflegt, steht Mozart in nichts nach. Der heilige Benedikt von Nursia ist ein Künstler in der Werkstatt des geistlichen Lebens. Er weiss, dass die massvolle Unterscheidung die grundlegende Tugend ist und zeigt uns den Weg dahin.

3. Säule: das geistliche Erbe unseres Ordens

Kaum jemand ahnt, dass das deutsche Wort Liebe mit glauben, erlauben, und Lob verwandt ist. Nicht einmal die belesenen Väter unseres Ordens wussten davon. Sie näherten sich dem Thema Liebe vom biblischen Hohelied her, das die Kraft der Liebe zwischen Mann und Frau schildert. Schon Gregor von Nyssa und Origenes lasen das Hohelied als eine Metapher für die Liebe zwischen Gott und der menschlichen Seele; Wilhelm von Saint-Thierry, Bernhard von Clairvaux, Gilbert von Hoyland und Johannes von Ford knüpften an diese Tradition an. Vom reichen Schrifttum unserer Väter ausgehend wurden die Zisterzienserklöster zu Schulen der Liebe.