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hier und heute

Als der Ruhm des alten Roms im Schlamm des Tibers versank und die Völker ihren Wanderstab ablegten, baute ein gewisser Morand in der Hügellandschaft südlich des Bodamer Sees einen Hof. Magadun nannte man den Ort. Die Tage und Zeiten kamen und gingen und Magadun wurde zu Magginouwe. Am Ostertag des Jahres 1244 gründete der Ritter Rudolf Giel gerade hier, abseits der Verkehrswege, ein Frauenkloster. Vielleicht hatte er genug von all dem menschlichen Geplapper und Geschnatter. Er wollte, dass durch dieses Kloster »die Verehrung des göttlichen Namens vermehret werde«. Die weissgekleideten Schwestern packten ihr Werk an und ihre Gemeinschaft wuchs. Nun sollte der Ortsname zu ihrer Schiffsflagge werden, die ihr Lebensprogramm kund gab. Da wurde Magginouwe zu Magdenau, zur Au der Mägde des Herrn, lateinisch Augia Virginum. Gegenwärtig leben wir in Magdenau 16 ältere wie jüngere Schwestern und versuchen, unter dieser Schiffsflagge die Zukunft anzusteuern.

Angesichts des weitverbreiteten und von vielen Menschen verspürten Bedürfnisses, aus der Alltagsroutine der grossen städtischen Ballungszentren auszubrechen und nach Orten zu suchen, die der Stille und der Meditation förderlich sind, bieten sich die Klöster des kontemplativen Lebens als »Oasen« an, in denen der auf Erden pilgernde Mensch besser aus den Quellen des Geistes schöpfen und auf dem Weg seinen Durst löschen kann. Diese scheinbar nutzlosen Orte sind daher im Gegenteil so unentbehrlich wie die »grüne Lunge« einer Stadt: Sie tun allen gut, auch denen, die sie nicht besuchen oder die vielleicht nicht einmal etwas von ihrer Existenz wissen. Benedikt XVI. am 19. November 2006